Du willst dich weiter informieren oder hast Fragen über uns und über Burschenschaften?


Auf dieser Seite findest du sowohl nützliche Querverweise als auch einen Fragenkatalog mit häufig gestellten Fragen über unsere Burschenschaft.

Haufig gestellte Fragen

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1. Burschenschafter sind alle, die diese farbigen Mützen tragen, oder?

Einer der größten Irrtümer rund um den Begriff "Burschenschaft" ist, dass er mit "Studentenverbindung" gleichgesetzt werden. Dabei gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Verbindungstypen. Angefangen von Corps und katholischen Verbindungen über Sängerschaften und Turnerschaften bis hin zu Landsmannschaften. Die meisten dieser Bünde tragen Farben an Mütze und Band. Einige fechten auch. Burschenschaften zeichnet ihre besondere historisch-politische Verknüpfung mit der deutschen Einheitsbewegung und der Demokratisierung aus. Aber auch untereinander unterscheiden sie sich in Hinblick auf Werteverständnis und Auslegung. Für manche ist Fechten wichtiger, für andere politisches Engagement, für wieder andere Kameradschaft, Bildung der Mitglieder oder gesellschaftliches Auftreten.



2. Warum duelliert ihr euch? Um Ehrverletzungen zu beheben? Um Narben zu bekommen?


Das heutige studentische Fechtwesen ist zwar aus dem Duellwesen entstanden, hat aber eine andere Bedeutung und Zweckmäßigkeit entwickelt. Diejenigen Verbindungen, die das Fechten nach wie vor für wichtig erachten, tun dies in erster Linie, um ihren Mitgliedern eine Probe für Geist und Körper aufzuerlegen, welche Überwindung, Reife und Disziplin fordert. Wenn alle Mitglieder dieselbe Extremsituation überwunden haben, wirkt dies außerdem ungemein stärkend für das Vertrauen und die Verlässlichkeit. Zu guter Letzt war die Mensur schon immer ein Weg, Opportunisten und Mitläufer von ernsthaften Idealisten zu unterscheiden.

Es geht also nicht darum, seinen Gegenüber zu besiegen oder zu demütigen, sondern darum, Aufrichtigkeit und Selbstkontrolle unter Beweis zu stellen.
 

3. Trinkt ihr viel Alkohol? Ist Alkohol Pflicht? 


Alkoholkonsum ist keine Pflicht, wir haben auch Nichttrinker im Bund. Bei unseren Veranstaltungen wird nicht mehr getrunken, als bei normalen Studenten sonst üblich ist.


4. Man hört oft, dass Burschenschaften rechts sind? Stimmt das?


Zunächst gibt es nicht „die Burschenschaften“, da sich die Einzelbünde sehr stark unterscheiden, ebenso die politische Meinung der Mitglieder darin. Dennoch herrscht ein gewisser Konsens zwischen den meisten Burschenschaften. Der Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ ist den Werten „Ehre, Freiheit, Vaterland“ verpflichtet. Für wen diese Werte in der heutigen Zeit als „rechts“ gelten, für den ist auch die DB rechts. Im 19. Jahrhundert vertrat sie dieselben Werte, damals galten wir als links. Die meisten Burschenschaften riskieren also lieber von der Öffentlichkeit schief angesehen zu werden als sich zu verbiegen. Das war immer so: Im Vormärz, in der Kaiserzeit, im Dritten Reich und auch in der heutigen Zeit. Dass wir wie viele andere Bünde also Vorurteilen und Pressekritik ausgesetzt sind, ist uns sehr wohl bewusst, wenngleich der offene Diskurs von Meinungen eines unserer uralten Hauptziele ist.


5. Burschenschaften sind als elitäres Netzwerk zu verstehen, oder?


Der Kontakt zwischen jungen Studenten und Alten Herren erzeugt Netzwerke und man kann bei uns gut Kontakte knüpfen. Eine Vetternwirtschaft ist jedoch kaum Realität, da kein alter Herr einen Aktiven „wegen der Bundzugehörigkeit fördert“, sondern immer der Leistungsgedanke im Vordergrund steht. Auch das Vorurteil, dass immer dieselben Familien und Kreise in Burschenschaften zusammenhalten ist falsch. Keiner unserer Aktiven ist derzeit mit einem Alten Herren verwandt. Die Burschenschaft ist aber eine gute Möglichkeit, Studenten aus ganz Deutschland kennenzulernen und sich mit Akademikern zu vernetzen, dazu ist aber immer Eigeninitiative gefragt.


6. Wie traditionell oder wie zeitgemäß sind Burschenschaften?


Das wird von jedem Bund unterschiedlich bewertet. Meist wird angestrebt, beides zu vereinen. Manche Burschenschaften geben dafür Traditionen auf, andere riskieren es, für Traditionserhalt als Ewiggestrige abgestempelt zu werden. Der Markomannia liegt Traditionserhalt sehr am Herzen und unser Konsens ist, dass wir uns nicht verbiegen. Wir glauben, dass Tradition auch Zukunft hat und nicht immer von „Neuen Werten“ überschrieben werden muss. Deshalb anzunehmen, dass wir uns der Moderne und ihren Problemen und Möglichkeiten verschließen würden, ist jedoch grundlegend falsch.


7. Ist Fechten gefährlich?


Kaum. Natürlich sind die Waffen bei der Mensur scharf und es fließt Blut. Die Gefahr von dauerhaften Verletzungen ist jedoch gleich Null und definitiv geringer als bei vielen anderen Sportarten wie Autorennen, Rugby, Fußball oder Boxen. Seit Jahrzehnten sorgt ausreichender Schutz dafür, dass keine dauerhaften Schäden mehr entstehen können, einzig die bekannten Schmisse (Fechtnarben) bleiben in der Regel als Resultat.


8. Was wollt ihr in der Gesellschaft bewirken?


Als historischen Auftrag verstehen wir unseren Beitrag zum Deutschen Einheitsgedanken, zu Freiheit der Rede, Presse und Lehre, sowie zur Wahrung von Idealen und Werten, wie Ehre, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Respekt und Verlässlichkeit. Traditions- und Kulturförderung, sowie Erziehung junger Akademiker zu anständigen und verantwortungsbewussten Erwachsenen stehen im Vordergrund.


9. Was heißt Lebensbund genau?


Der Lebensbund ist das Ideal von einer Mitgliedschaft, die das ganze Leben hindurch besteht. Er ist ein Freundschaftsverhältnis, das durch das gemeinsame Mitwirken und durch die gemeinsam bestrittene Mensur entsteht und oftmals beständiger ist, als die meisten Freundschaften oder Partnerschaften.


10. Wie läuft ein Werdegang bei der Burschenschaft ab? 

Zunächst wird man Fuchs, ist also in einer Art Probezeit. Bleibt man dabei, so erfolgt mit der Burschung ein Schwur, der die Ernsthaftigkeit der Sache unterstreicht. Als aktiver Bursch übernimmt man gemeinsam mit anderen Burschen die Organisation der Verbindung und repräsentiert die Burschenschaft. Nach einiger Zeit wird man zum inaktiven Burschen, in der Regel erfolgt dies in höheren Semestern. Nach Abschluss des Studiums und Einfindung im Berufsleben erfolgt der Übertritt zur Altherrenschaft. Als Alter Herr ist man noch genauso Mitglied der Verbindung, es entfallen die Pflichten zur Anwesenheit und Einbringung, dafür stützen die Alten Herren den Bund finanziell. So bleibt man ein Leben lang mit Studenten gleichen Alters, sowie mit jüngeren und älteren Bundesbrüdern in Kontakt.


11. Was für Veranstaltungen macht ihr?


Bildung durch Vorträge, Kulturgenuss und Liedersingen, Freizeitbeschäftigungen wie Wandern, Besuch anderer Verbindungen, usw. gehören zu unserem Programm. Dazu kommen natürlich traditionell burschenschaftliche Veranstaltungen wie Kommerse und Kneipen, also festliche Abende, mit besonderem Ablauf, an denen gemeinsam Lieder gesungen, Reden gehalten und sich ausgetauscht wird.


12. Seid ihr nun Wiener? Oder Deggendorfer? Oder Passauer?


Unsere Burschenschaft wurde 1860 im mährischen Olmütz gegründet, bevor sie ein Jahr später nach Wien übersiedelte. Gute 120 Jahre später (1985) hatte die Markomannia ihren Sitz in Passau. Seit 2009 haben wir unser Haus in Deggendorf und sind somit bis heute in Passau und Deggendorf vertreten. Dabei haben wir auch Studenten aus Regensburg. Wir blicken also auf eine über 150 jährige Tradition zurück und haben neben ehemaligen Passauer und Deggendorfer Studenten auch noch Mitglieder aus der Wiener Zeit.